Samstag, 25. April 2020

Corona-News

ElbingenDer Verband Deutscher Antiquare sagt das diesjährige Fortbildungsseminar ab:


"Sehr geehrte Damen und Herren,

die aktuellen pandemischen Verwerfungen machen die Durchführung des für den 10.-13. September 2020 geplanten 50. Fortbildungsseminars für Antiquare in München leider unmöglich. Der Schutz unserer Teilnehmer, der älteren wie der jüngeren, aber auch unserer Dozenten steht über dem hohen zu erwartenden didaktischen Gewinn. Wir werden das Seminar also für 2020 ausfallen lassen, möchten Ihnen allen aber schon in Aussicht stellen, das (große, 50.!) Jubiläumsseminar dann im Jahre 2021 stattfinden zu lassen. Die zahlreichen schon anberaumten Veranstaltungen lassen sich ohne Probleme verschieben, wir können uns gemeinsam auf ein höchst interessantes Programm freuen! Bis dahin bleibt bitte alle gesund und munter

Euer Markus Brandis

Eure Alexis Cassel

Eurer Hermann Wiedenroth"

Montag, 20. April 2020

Kooperation zwischen Wissenschaftlicher Buchgesellschaft und der Genossenschaft der Internet-Antiquare

Darmstadt/ Berlin - Die beiden buchaffinen Organisationen geben ihre künftige Zusammenarbeit bekannt:

"Kooperation von wbg und GIAQ




Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft(wbg) mit ihren rund 88.500 Mitgliedern und die Genossenschaft derInternet-Antiquare eG (GIAQ) mit 98 Mitgliedsfirmen und rund 350 Händlern auf ihrer Verkaufsplattform antiquariat.de kooperieren auf Basis gegenseitiger Empfehlungen im Verkauf und Ankauf. So nimmt der Verbund von gewerblich tätigen Antiquaren aus dem In- und Ausland (GIAQ) eine sichernde Vermittlerrolle zwischen Kunde und Händler ein, von der die wbg-Mitglieder nun im gestiegenen Maße profitieren, indem ihnen mehr Rückhalt im geschäftlichen Kontakt mit Antiquaren gewährleistet wird. Synergien wie diese im Bereich des Ausbaus der Mitgliedervorteile werden im Zuge der Kooperation nun erweitert und vertieft. Im Bereich Verkauf und Ankauf lassen die oftmals wissenschaftlich geprägten und von hochpreisigen Ausgaben durchzogenen Buchbestände der wbg-Mitglieder und die Erfahrung der ausschließlich professionellen Händler auf antiquariat.de ein breites gegenseitiges Interesse erwarten, das durch die Kooperation zwischen wbg und GIAQ nun befördert werden soll. Die Gruppe »Aus dem Antiquariat« in der Plattform wbg-community.de ermöglicht zudem den direkten Austausch zwischen Antiquaren und wbg-Mitgliedern."


Update Gemeinschaftskatalog 2020

Hamburg - Meinhard Knigge gibt für die Redaktion des Gemeinschaftskataloges der Antiquare 2020 bekannt, daß der letzte Beitrag der Druckerei übermittelt worden ist. "Der aktuelle Stand weist somit 71 Teilnehmer mit 232 Seiten (inkl. Titelei, Anzeigen und 5 Seiten Register) aus."

Der Katalog soll dann Ende Mai verschickt werden.



Samstag, 18. April 2020

Düsseldorfer Bücherbummel über Pfingsten abgesagt, Literaturtage finden statt

Düsseldorf - Wie Kurt Nellessen soeben im Namen der Veranstalter mitteilt, fällt auch der diesjährige Bücherbummel in Düsseldorf, der über Pfingsten geplant war - wie eigentlich schon erwartet - den durch das Virus verursachten Beschränkungen des öffentlichen Lebens zum Opfer:


(c) Bücherbummel Düsseldorf

"Liebe Freundinnen und Freunde des Bücherbummels,

Bücher helfen in vielen Lebenslagen, mit Informationen, mit Ratschlägen, mit Trost und mit Zerstreuung. Zur Abwehr von Epidemien taugen sie leider nicht so recht. Ist der Ernstfall eingetreten, sind sie dann wieder ein zuverlässiger Begleiter durch die neuen und ungewohnten Situationen im nun eingeschränkten Leben.

Um so bedauerlicher ist es, dass ein Fixpunkt im Kalenderjahr der Buchliebhaber*innen nun definitiv abgesagt werden muss. Der Bücherbummel auf der Kö kann 2020 wegen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der COVID19-Epidemie nicht stattfinden. Das ist sehr schade, jede Menge Arbeit auf null entwertet; auch das große Engagement der vielen Menschen, die sich in die Vorbereitungen mit Arbeit und Ideen eingebracht haben. Ihnen dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, verbunden mit der Hoffnung auf 2021.

Grundlage für die Absage sind die Beschlüsse der Bundes- und Landesregierungen vom 15.04.2020. Danach sind Großveranstaltungen, und dazu gehören ausdrücklich auch die Spezialmärkte, erstmal bis zum 31.08.2020 untersagt.

Das bisher Gesagte gilt nur für den Bücherbummel auf der Kö. Die 10. Düsseldorfer Literaturtage sollen auf jeden Fall stattfinden. Offen ist zum aktuellen Zeitpunkt, ob die Veranstaltungen wie geplant Anfang Juni stattfinden können und wenn ja, unter welchen Einschränkungen (z.B. Begrenzung der Besucherzahlen). Sollten die Veranstaltungen nicht wie geplant erfolgen können, so wird ein Teil von ihnen stattdessen im digitalen Raum stattfinden, ein anderer Teil wird in den Herbst verschoben werden. Informationen hierzu finden Sie laufend auf duesseldorfer-literaturtage.de. Auf jeden Fall sind die Organisator*innen der Literaturtage zuversichtlich, für das Düsseldorfer Publikum auch in diesem Jahr interessante und lebendige Lesungen und Diskussionen durchführen zu können.

Wir wünschen Ihnen für die nächsten Wochen alles Gute. Kommen Sie gut durch den Sommer und bleiben Sie gesund. 
Der Bücherbummel wird 2021 vom 20. - 24. Mai (Pfingsten) stattfinden Wir freuen uns auf das Wiedersehen.

Dr. Jürgen Kron        Arnold Pascher        Dorothea Duesedau
Bücherbummel auf der Kö e.V."

Dienstag, 14. April 2020

Themenkatalog Einbandkunst online

Lissendorf - Detlef Thursch, der bekannte Messeveranstalter und Inhaber von abooks, derzeit durch die Absagen ebenfalls schwer gebeutelt, kündigt einen ganz besonderen, in Koproduktion erschienenen online-Katalog an:

"In unregelmäßigen Abständen werden unter www.abooks.de in Zukunft Themenkataloge veröffentlicht, an denen sich unterschiedliche Antiquare beteiligen können.

Von D. Dornheim (Dagdor) - eigenes Foto, CC-by-sa 2.0/de, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=1405215
Der erste Katalog "Einbände und Einbandkunst" ist soeben erschienen und bildet direkt ein kleines Novum: Nicht nur Antiquare haben sich beteiligt, sondern auch Buchbinder und Einbandkünstler, die in dem 102 Titel umfassenden Katalog ihre neuesten Werke vorstellen."

Die Kunst und das Lesen

(c) Piet Meyer Verlag
"Ulrich Johannes Schneider:
DER FINGER IM BUCH
Die unterbrochene Lektüre im Bild

So liest man die Geschichte des Abendlandes einmal anders! Wir folgen einem Finger – einem kleinen, langen, krummen, gichtigen, eleganten oder schönen Finger, der zwischen den Seiten eines Buches steckt. Wir sehen dabei eine Person, die liest. Ihr Blick zeigt tiefe innere Bewegung an. Diese intime Verbindung zwischen Buch und Lesergestalt ist in der Kunst selten, doch die Künstlerinnen und Känstler sind durchaus prominent: Tizian, Raffael und Rubens gehören ebenso dazu wie Angelika Kauffmann oder Bassano.
Es ist eine ungewöhnliche und spannende Geschichte, die Ulrich Johannes Schneider auf diese Weise für uns aufblättert. In dreißig Gemälden, Skulpturen und Fotografien erkundet er dieses eine, vermeintlich kleine ikonografische Detail westlicher Bild- und Buchgeschichte: den Finger im Buch. Allerdings tauchen allgemeinere Fragen auf. Was bedeutet Lesen überhaupt? Was lernen wir aus diesen stummen Zeugen der Buchkultur? Und wie sehr gleichen wir selbst den dargestellten Frauen und Männern?
Zur Vielfalt des Lesens gehören unterschiedliche Situationen und Haltungen der Hingabe. Es gibt die private, die gelehrte und die fromme Lektüre. Doch als inneres Erlebnis bleibt das Lesen der Betrachtung verborgen. Nur im Moment seiner Unterbrechung offenbart es sich als Dialog zwischen Geist und Text, zwischen Imagination und Literatur.
Die hier versammelten Kunstwerke von 1331 bis 1935 laden ein zur Betrachtung und zur Reflexion. So ergibt sich ein Panorama der abendländischen Leselust und eine kleine Phänomenologie der immer wieder neu genährten Hoffnung, sich durch Lektüre zu verändern. 

Originalausgabe
184 Seiten
30 Farbabbildungen
Klappenbroschur
KapitaleBibliothek Nr. 27
Format 16,2 × 19,7 cm
ISBN 978-3-905799-57-6
€ 28.40 [D] / € 29.20 [A] / CHF 32.00

Zum Autor:
Ulrich Johannes Schneider, geboren 1956 in Gelnhausen (Hessen), ist Kulturphilosoph und Bibliotheksdirektor an der Universität Leipzig. Er studierte in Frankfurt am Main, Berlin und Paris. Einjährige Forschungsaufenthalte am Getty Center for the History of Arts and the Humanities in Los Angeles und an der Maison des Sciences de l'Homme in Paris. Er arbeitet zu Wissenspraktiken und veröffentlichte zuletzt über Lexika (Die Erfindung des allgemeinen Wissens, 2013) und die frühe Seitengestaltung im Buchdruck (Textkünste, 2016). Das Motiv des Fingers im Buch ist ihm vor langen Jahren zuerst in Museen der USA aufgefallen. Gegenwärtig schreibt er eine Globalgeschichte moderner Bibliotheken, deren zentraler Ort seit dem 19. Jahrhundert der Lesesaal ist. Schneider lebt in Leipzig." 

Donnerstag, 9. April 2020

Ein Film über Antiquare: The Booksellers



New York - Am 17. April 2020 wird in den USA ein Film, dessen bereits angekündigter Kinostart wegen der Corona/ COVID-Krise ausfiel, im "virtual cinema" und im Juni über Video-on-demand gezeigt werden. 

Später werden wir dann sicher auch in Europa Gelegenheit bekommen, ihn anzuschauen:

"Antiquarian booksellers are part scholar, part detective and part businessperson, and their personalities and knowledge are as broad as the material they handle. They also play an underappreciated yet essential role in preserving history. THE BOOKSELLERS takes viewers inside their small but fascinating world, populated by an assortment of obsessives, intellects, eccentrics and dreamers.

Executive produced by Parker Posey, the film features interviews with some of the most important dealers in the business, as well as prominent collectors, auctioneers, and writers such as Fran Lebowitz, Susan Orlean, Kevin Young and Gay Talese. Both a loving celebration of book culture and a serious exploration of the future of the book, the film also examines technology’s impact on the trade, the importance of books as physical objects, the decline of used and rare bookstores, collecting obsessions, and the relentless hunt for the next great find. 

And perhaps best of all, THE BOOKSELLERS offers a rare glimpse of many unique and remarkable objects, including the most expensive book ever sold, Da Vinci’s The Codex Leicester; handwritten Borges manuscripts; jeweled bindings; books bound in human flesh; essential early hip-hop documents; accounts of polar expeditions published with samples of real wooly mammoth fur; and many more."

Hier noch der link auf die Seite im Netz.

Dienstag, 7. April 2020

Strange days ...


[MEINUNG] - Ein Virus geht um in Europa ...
Das Lesen eines Buches, selbst des Grundgesetzes, oder einer Zeitung auf einer Bank im Park ist dieser Tage, zumindest in Bayern, strafbar. 



Wer dem neuen Trendsport, outdoor reading, frönen will, sollte dies, zumindest im "Frei"staat dieser Tage, im Laufen tun.

Schon die Anordnung Buchhandlungen und Bibliotheken allerorten zu schließen ist nicht nachzuvollziehen gewesen, aber diese neuerliche Geistfernheit schlägt dem Faß doch den Boden aus:
Bücher sind Grundversorgung! 
Obrigkeit, ick hör Dir trapsen ...

[CS]