Montag, 4. Dezember 2017

Verbrannt, geraubt, gerettet !

Von Daniel Neugebauer (nick: Energiequant) - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=782117
Das Mahnmal von Micha Ullman am Berliner Bebelplatz (Opernplatz), ein unterirdischer Raum mit leeren Bücherregalen.

"Verbrannt, geraubt, gerettet !" Unter diesem Titel findet sich eine begleitende Schrift zur Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum 70. Jahrestag der Bücherverbrennung im Netz, die diese perverse Aktion einiger deutscher Studenten am 10. Mai 1933 aus der Sicht und am Beispiel der betroffenen Gewerkschaftsbibliotheken schildert.






„Das war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ – 1821 lässt der junge Heinrich Heine einen spanischen Moslem diesen Satz auf die Nachricht antworten, dass der katholische Kardinal in Granada den Koran in die Flammen warf. Die nationalsozialistische Herrschaft hat Heines Prophezeiung – sie stammt aus seinem ersten Werk, der Tragödie „Almansor“ – in grausiger Weise umgesetzt. Schon im Mai 1933, nicht einmal vier Monate nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, brannten in Deutschland die Bücherhaufen in deutschen Universitätsstädten, später Leichenberge in den Konzentrationslagern.

Angela Graf a.a.O.