Dienstag, 28. November 2017

Neuerscheinung im Böhlau Verlag über Erik-Ernst Schwabach

(c) Böhlau Verlag
Peter Widlok: Erik-Ernst Schwabach (1891-1938). Verleger, Autor und Mäzen des Expressionismus. Böhlau-Verlag 2017. 299 S. mit 20 Abb. Gb. ISBN: 978-3-412-50903-3. 40.00 Euro

Peter Widlok studierte Publizistik, Germanistik und Slavistik. Dr. phil., lebt und arbeitet als Wissenschaftler und Journalist im Rheinland.

"Ein Buch über einen zu Unrecht „Vergessenen“: Erik-Ernst Schwabach (1891-1938). Der Bankierserbe (S. Bleichröder Bank; Neffe von Paul von Schwabach) tauchte um 1912 im Leipziger Literaturmilieu auf und betätigte sich zunächst als Unterstützer des Verlegers Kurt Wolff. 


Von FabHol - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64232178

Er gab die „Weißen Blätter“ heraus, die schnell zur wichtigsten Literaturzeitschrift wurden. Getrieben von großem literarischem Ehrgeiz trat Erik-Ernst Schwabach auch selbst als Autor in Erscheinung, etwa von spannungsreichen Novellen.

Viele Zeitgenossen jedoch sahen in ihm nur den Mäzen oder, wie Walter Hasenclever, eine „Chiffre für Geld“. Alfred Kerr erinnerte sich wehmütig an prunkvolle Feste auf Schwabachs geliebtem Schloss Märzdorf in Schlesien. 


https://www.europeana.eu/portal/de/record/08535/local__default__B_3481.html

Dort und in seinem mondänen Salon in Berlin kamen viele Dichterkollegen zusammen. Heinrich Mann etwa las 1916 bei Schwabach aus dem noch unveröffentlichten „Untertan“ bei einer privaten Soirée vor. Andere Weggefährten waren u.a. Carl und Gerhart Hauptmann, Max Herrmann-Neiße und Else Lasker-Schüler.

Als er sein vormals enormes Vermögen in der Inflation verlor, begann Schwabachs dramatischer Abstieg. Er musste Ende der zwanziger Jahre seine großartige Bibliothek 


http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/graupe1930_11_14/0001?sid=bafb728d1e4653e9ec961946a9e43f8f
und die kostbare Schlosseinrichtung versteigern. Als Autor der „Literarischen Welt“ versuchte er in Berlin zu überleben. Nach 1933 ging der Sohn eines konvertierten Juden als Drehbuchautor nach London, wo er im April 1938 verarmt und heimatlos geworden - und als Opfer eines denkwürdigen Betruges - starb."